Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik

Safety und Security in der Prozessindustrie

Verbindung von Safety und Security in der Prozessindustrie

In der Theorie liegt der Unterschied zwischen Safety und Security im Schutzziel. Ziel im Sinne der Safety ist es, Menschen und Umwelt vor Gefahren, die vom Prozess ausgehen, zu schützen (Unfallvermeidung). Im Sinne der Security hingegen den Prozess vor Bedrohungen, die von Menschen und Umwelt ausgehen (Kriminalprävention), zu schützt. In der Praxis lassen sich jedoch die beiden Bereiche nicht mehr eindeutig trennen. Vermehrt kommt es zu Angriffen (Terrorismus, Spionage, Sabotage etc.), die gezielt versuchen, die Sicherheitseinrichtungen eines Unternehmens außer Kraft zu setzen. Besonders in der chemischen Industrie, die mit großen Mengen gefährlicher Stoffe arbeitet, können dadurch im Extremfalle schwere Unfälle verursacht werden. Auch das Thema Innentäter darf nicht mehr vernachlässigt werden.

Ein weiterer Aspekt, der sowohl Einfluss auf die Safety als auch die Security nimmt, ist der Human Factor. Dieser beschäftigt sich mit der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine/Prozess und umfasst nicht nur menschliche Fehler und bewusste Verstöße gegen Vorschriften, sondern auch Fehler im Design, die menschliche Fehlhandlungen begünstigen.

Zusätzliche Herausforderungen stellen sogenannte NaTech Events (Natural Hazard Triggered Technical Accidents) dar. Darunter fallen technische Unfälle, die durch natürliche Ereignisse ausgelöst werden. Hierzu zählen nicht nur Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überflutungen, sondern auch der Ressourcenmangel, der zum Beispiel durch Hitzewellen o.Ä. ausgelöst werden kann. In den letzten Jahrzehnten hat sich nicht nur die Art dieser Ereignisse geändert, sondern vor allem ist die Stärke und Anzahl durch den Klimawandel gestiegen.

Nach europäischen Recht (Seveso III) müssen alle Bereiche im Sicherheitskonzept eines (verfahrenstechnischen) Industrieunternehmens berücksichtigt werden, wobei das Hauptaugenmerk auf der Safety liegt. Meist werden besonders die Gebiete Safety und Security separat betrachtet, da diese zum Teil gegensätzlichen Anforderungen besitzen. Das einfachste Beispiel dafür sind Fluchttüren, im Hinblick auf die Safety sollten diese immer offen und zugänglich sein, im Hinblick auf die Security hingegen nicht existieren.

Dementsprechend ist das Ziel dieses Forschungsprojektes neben der Safety auch die Bereiche Security, Human Factor und NaTech in das Process Safety Management eines Industrieunternehmens zu integrieren. Ein erster Schritt dahin liegt in der Erweiterung und Anpassung der HAZOP Studie an die geänderten aktuellen Anforderungen.

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